05.09.2019

Die Kraft der Liebe (Akzeptanz) und der Preis der Angst (Widerstand) - akzeptiere jetzt deine Gefühle und körperlichen Empfindungen

Veröffentlicht auf stillnessinthestorm.com am 02.09.2019

Im Original von Justin Deschamps am 02.09.2019; übersetzt von die-lebenskraft.de

Quelle: Stillness in the Storm

 

Ist es möglich, der Realität zu widerstehen? Können wir wirklich unser Leben sinnvoll in Richtung Erfüllung, Freude und Glück steuern, wenn wir jene Aspekte oder Teile davon ablehnen?

Der folgende Artikel zeigt auf, wie sinnvoll es sein kann die Realität zu akzeptieren -insbesondere das was uns der Körper mitteilt, um so ein besseres Leben zu leben.

 

Psychologisch gesehen ist unser Verstand so konzipiert, alle Erfahrungen aufzunehmen, zu organisieren, zu verstehen und zu interpretieren. Der menschliche Körper beschert uns dazu eine Vielzahl von Empfindungen bezüglich unseres aktuellen Zustands, des Vorhandenseins von Gefahren um uns herum und bildet daraus sozusagen den Gesamtwert, den wir in all dem sehen. Versucht man, den Empfindungen des eigenen Körpers auszuweichen bzw. diese zu ignorieren, führt dies zu psychischen Störungen.

 

Schizophrenie basiert auf der Unfähigkeit, Aspekte der Realität richtig zu verstehen. Dabei fühlen sich insbesondere Körperempfindungen, welche nicht angenommen werden, wie Angriffe von außen an. Wurde man z.B. religiös-fundamentalistisch erzogen und sexuelle Empfindungen galten dabei als Sünde, so können sexuelle Wünsche im späteren Leben in der Art interpretiert werden, als käme diese von außerhalb; z.B. von einer dunklen Macht oder einem bösen Geist.

Weniger extrem erklärt erzeugt der Widerstand gegen die bzw. das Leugnen der Realität - also die Unfähigkeit, Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind - unbegründete/unterbewusste Ängste. Diese unbegründeten/unterbewussten Ängste werden von unserem animalischen Gehirn, dem Mittel- und Hinterhirn, als (Überlebens)Bedrohungen interpretiert; und die stellen eine Gefahr dar und müssen demnach gemieden bzw. vermieden werden.

Das wiederum bedeutet nichts anderes, als daß alles nicht Akzeptierte bzw. Geleugnete die eigenen Angstzentren auffordert, stets wachsam zu bleiben. Demnach ist man dann nicht in der Lage, mit der Realität umzugehen. Es ist eine von Natur aus wirklich entmächtigende, Opferrollen provozierende Art des Lebens auf und in dieser Welt. Und es führt so zu einer Vielzahl von psychischen Störungen, die unser Leben unglücklich und langweilig erscheinen lassen und uns allgemein verängstigen.

 

Jetzt mag der ein oder andere vielleicht denken: "Ja...aber das trifft doch nicht auf mich zu; ich akzeptiere doch alles?"

Aber stimmt das auch wirklich?

Wie geht man z.B. mit Dingen im Leben und in unserem Umfeld um, die man nicht wertschätzt; ob es sich dabei um Menschen, Orte, Dinge oder auch Ideen handelt?

 

Die meisten unter uns können wohl akzeptieren, daß es zumindest irgendetwas gibt, das wir in irgendweiner Weise nicht mögen; aber wir kommen schon damit klar, wenn es wirklich sein muß. Doch der Hintergrund dieser Einstellung -sozusagen der innere Raum, in dem dieses identifizierte Ding -jene Einstellung ruht, könnte jedoch ein Widerstand bzw. eine Leugnung von etwas sein.

 

Da wäre z.B. der Anblick eines Obdachlosen am Straßenrand, der unaufgeräumte Schreibtisch Ihres Kollegen oder der Gestank Ihres Abfalleimers durchaus tolerierbar, doch sind wir vermutlich nur resistent gegen diese Empfindungen, die unser Körper uns mitteilt, wenn wir in solche Situationen geraten. In dem Fall bedeutet es nichts anderes, als daß sich ein Teil von uns davor zurück zieht, ein anderer Teil von uns hat Angst davor; und aus dem Grund verschafft es uns Unbehagen, Abneigung und in gewisser Weise auch Angst.

 

Aus neurologischer Perspektive hat das Gehirn quasi nur zwei Sichtweisen: entweder mit Liebe oder mit Angst. Das ist jetzt zwar eine sehr krasse Vereinfachung, aber die Beschreibung trifft so tatsächlich zu, bedenkt man dabei, daß Liebe eine Kraft der Offenheit und Zuwendung ist, Angst hingegen Eine der Zurückweisung. Es mag uns vielleicht möglich sein, etwas zu tolerieren; aber diese Toleranz ist keine Liebe! Man ist dabei nicht ganz und gar offen und akzeptiert es vollumfänglich.

Können wir also wirklich etwas lieben, daß wir im Grunde jedoch nicht wertschätzen?

Das ist wirklich eine sehr interessante Frage.

 

Sicherlich erscheint es für uns nachvollziehbar, daß wir es nicht wertschätzen, unseren Job zu verlieren. Aber sollte die bloße Vorstellung dessen etwas sein, dem wir ausweichen und das uns dann Angst und Unbehagen bereitet?

Basierend auf verschiedenen Forschungsmethoden, die den wissenschaftlichen Aspekt in Bezug auf diverse spirituelle Methoden beleuchten, daß durch reine Liebe jedes erdenkliche Leiden überwunden werden kann, würde man argumentieren, daß es möglich ist etwas zu lieben, ohne es wertzuschätzen.

 

Sich die Knochen zu brechen, mag man nicht wertschätzen; das sehe ich definitiv nicht anders. Aber allein die Idee dahinter liebe ich. Warum? Weil es mir dabei hilft, meinen Körper gesünder zu behandeln; es gibt mir einfach die Kraft, vorsichtiger zu sein. Und noch viel einfacher ist: Es abzulehnen oder zu verleugnen, bringt mir hingegen garnichts Poitives; nur Angst und Unbehagen. Und nochmal: Das Gehirn kennt eben nur diese zwei Möglichkeiten!

 

In dem Sinne -wie bereits erwähnt, ist die Entscheidung des Widerstands und des Leugnens der Realität immer verbunden mit dem hohen Preis, die Welt dunkler erscheinen zu lassen. Die Entscheidung, es zu lieben und wertzuschätzen bedeutet nicht, es als Ereignis tatsächlich zutreffen oder geschehen zu lassen. Es bedeutet vielmehr, daß wir die Wahrheit voll und ganz akzeptieren, ohne Widerstand und ohne es zu leugnen. Auf diese Weise manifestiert es sich in unserem Gehirn als und für Freude und Glück; für Mut und Kraft.

 

Es gibt viele Berichte und Geschichten, die eindrucksvoll beschreiben, wie man Liebe sozusagen als eine Art Technik einsetzt, um Dingen und/oder Situationen zu begegnen, die man nicht wertschätzt.

 

Nochmal, es bedeutet in keiner Weise, dass wir damit etwas herbeiführen oder gar passieren lassen wollen! Es bedeutet letztendlich, dass wir gewillt sind, etwas bedingungslos zu akzeptieren; und das wiederum stärkt uns darin, das Leben als Solches einfacher zu erleben und zu bewältigen.

 

Und wer will das denn nicht auch?

 

"Angst vergiftet die Seele"

                                      Alberto Villoldo