07.01.2020

Golden Globe-Verleihung 2020: Ricky Gervais serviert der heuchlerischen Möchtegern-Tugendhaftigkeits-Hollywood-Star-Elite eine volle Breitseite und entlarvt so öffentlich deren verlogene Doppelmoral

Veröffentlicht auf Stillness in the Storm am 06.01.2020

Im Original von Piers Morgan am 06.01.2020

Quelle: Daily Mail

 

In eigener Sache: Wir veröffentlichen hier diesesn Beitrag, ausschließlich um zu informieren. Nur weil dein bester Freund neben dir im Auto sitzend sagt, die "Ampel sei grün" heißt das nicht, du sollst losfahren, ohne dich selbst davon zu überzeugen! Insofern ließ unsere Beiträge kritisch und mache dir stets dein eigenes Bild z.B. im Zuge eigener Recherchen. Nur, weil wir hier etwas veröffentlichen, heißt das nicht gleichermaßen, daß wir das glauben bzw. dies unserer Meinung entspricht!

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Sehr, sehr tugendhaft!

 

Der Welt größter Stars & Sternchen - oftmals nach deren eigener Einschätzung, strömten am vergangenen Sonntag Abend zu der Golden Globe-Verleihung (nach Los Angeles), um uns allen zu demonstrieren, wie aufgeweckt & bewußt, würdig und wunderbar sie doch sind...und natürlich, um Präsident Trump anzugreifen und zu denunzieren.

 

Sogar Fleisch wurde von der abendlichen Speisekarte verbannt um uns so mitzuteilen, mit welcher freundlichen Warmherzigkeit sich die Promis doch um unsere Umwelt sorgen.

"Seht her, wir retten unseren Planeten!", war die stolze Kernaussage des Prominenten-Kollektivs, bestehend aus multi-millionen schweren Schauspielern, die zumeist mit ihren Privatjets einflogen und von gigantischen Stretch-Limousinen zum Beverly Hilton Hotel gefahren wurden.

Aber wen interessieren schon solche massiven Treibstoff verschleudernden CO2-Fußspuren, wenn deren wahre und ultimative Aufopferung darin besteht, daß klassische Steak zu ersetzen durch "zart gekühlte Goldrüben-Suppe", "Königs-Austernpilz-Risotto" und einem "veganen Opernkuppel-Dessert"?

 

Aber all diese selbstlosen, selbsternannten Wohltäter verließen drei Stunden später wieder die Veranstaltung mit dem unmissverständlichen Gefühl, misshandelt, beleidigt, gebrochen und schockiert worden zu sein; und das dank eines Gastgebers, der sich über deren verletzter Gefühle wohl keinerlei Gedanken machen konnte...und wollte.

 

Und niemand kann sagen, er/sie sei nicht gewarnt worden:

"Es ist ein Raum voll mit der Welt größten Tugend-Verkünder und Heuchler", gab Ricky Gervais in einem Interview mit dem Spectator-Magazin im Vorfeld der Veranstaltung bekannt. "Also muß ich mich damit dann wohl auch befassen!", so Gervais.

 

Tom Hanks' verzerrter Gesichtsausdruck sprach während Gervais' unablässiger, bissiger Verbal-Tiraden Bände. Eine der größten und vor allem ehrenhaften Film-Ikonen der ansonsten durchweg flitterhaften Film-Industrie sah aus, als habe er einen ganzen Kanister Tabasco-Sauce getrunken und sei gerade dabei, innerlich zu verbrennen.

 

Leonardo DiCaprio war das Ziel eines der (zu)treffendsten Witze des Abends: "Once upon a time in Hollywood, fast 3 Stunden lang", neckte Gervais. "Leonardo DiCaprio war natürlich bei der Premiere dabei; und nach Ende des Films war ihm seine Freundin dann zu alt!" Als die Kamera zu einem völlig entsetzten DiCaprio herüber schwenkte, legte der gnadenlose Gervais noch einmal nach und drehte das Schwert mächtig in der Wunde: "Selbst Prince Andrew meinte: Komm schon, Leo...ernsthaft? Du bist immerhin schon fast 50!"

 

Und danach -im weiteren Verlauf seiner Begrüßungsrede, agierte Gervais wie ein ausgehungerter Schakal, der sich an den Eingeweiden frisch getöteter und im Scheinwerferlicht gequält feststeckender Kaninchen, sabbernd lab.

 

Gervais' Eröffnungsrede der am vergangenen Sonntag stattgefundenen Golden Globe-Verleihung, dauerte leider nur 7 Minuten und 42 Sekunden.

Aber das war definitiv weitaus lang genug, um einen riesigen Krater in die vollkommen PC- und Online verseuchte gesellschaftliche Blase zu ballern, die das moderne Hollywood gerade befällt.

 

Es war wild, brutal, bösartig...und lustig - und somit genau das, was diese Menge brauchte, auch wenn ihre (und nicht nur vom Botox) geschockten, gefrorenen Gesichter andeuteten, sie seien geradewegs in die Hölle auf Erden gestolpert.

 

Und es war auch genau das, was wir alle brauchten. Denn nicht umsonst trendet Ricky Gervais seit geraumer Zeit maßgeblich auf Twitter & Co. und findet so umfangreich Anklang.

Der Grund, warum seine verbalen Attacken derart resonierten ist, daß sie genau in dem Moment auftauchten, in dem viele Menschen -mich eingeschlossen, in Angst darüber gerieten, die Welt sei nun vollkommen aus den Fugen geraten; die Gesellschaft niedergemacht, gespalten und in eine unfassbar intolerante radikal-liberale Meute hinein gezwungen und quasi jeglicher Lebensfreude und jedes Friedens entzogen und beraubt.

 

Eine sichtlich schockierte Gwyneth Paltrow, als Gervais eine seiner gnadenlosen Verbal-Attacken abfeuert.

 

Angetrieben und gefördert von den radikal predigenden Wellenreitern/Trittbrettfahren innerhalb der bekannten Social-Media-Plattformen, deren Meinungen nur wenig dem Mainstream-Denken entsprechen, versuchten diese seelenverzehrenden Twerps, jene einschränkenden, extrem ungesellschaftlichen Ansichten gegenüber dem Rest von uns durchzusetzen; und es ist deren Streben, jeden zu vernichten, der ihnen dabei widerspricht bzw. im Weg steht.

Dabei waren sie so erfolgreich, daß sich sogar Shows wie der jährliche Oscar-Verleihung den jammenrden Mobbern beugten und es vermieden wurde, einen terrorisierenden Gastgeber einzusetzen, der unweigerlich jemanden beleidigen könnte.

 

Doch inmitten dieses Wahnsinns tauchte er auf wie ein hell strahlender Stern der Redefreiheit, grell leuchtend durch den schier undurchdringlichen Sumpf der Redefreiheit verachtenden Exkremente (Anm.: Hollywoods); und dieser Stern ist kein anderer als Ricky Gervais.

Er weigerte sich mit aller Deutlichkeit, sich diesem modernen McCarthyismus zu beugen und schimpfte entsprechend Tag für Tag auf Twitter dagegen; und das mit einer Mischung aus Unglauben, Trotz und Wildheit.

Gervais macht sich einfach keinen Kopf ob des massiven Gegenfeuers, das er wohlmöglich erfährt; weil es ihn einfach nicht interessiert. Für ihn gilt: Comedy ist Comedy und Witze sind eben Witze.

Und all diese dünnhäutigen Schneeflöckchen, die alle Nase lang trotzig wie ein kleines Kind ihr Spielzeug demonstrativ und protestierend aus dem Kinderwagen werfen, sollte man einfach ignorieren.

Das macht Ricky Gervais zum erfolgreichsten Comedian auf dem Planeten. Und genau deswegen freute ich mich so sehr auf seinen Auftritt am Sonntag Abend; es war übrigens das fünte Mal, daß er die Veranstaltung präsentierte.

Am Sonntag noch twitterte ich ihm "Erfülle deine Aufgabe - grill sie alle ordentlich!" Es war sozusagen eine Bitte, die Ricky Sekunden später mit "like" beantwortete.

 

Dann jedoch zu sagen, daß er nicht enttäuscht habe, ist die Untertreibung des Jahrtausends!

Von dem Moment an, als er auf die Bühne trat und dieses schelmische Grinsen auflegte, war klar, daß es nicht sein Sinnen und Trachten war, lediglich Gefangene zu machen; obwohl er ironischer Weise damit begann, auf ein aktuell inhaftiertes Ziel zu feuern:

"Ich kam hier heute in einer Limo (Anm.: Stretch-Limousine) an und das Nummernschild hat Felicity Huffman gemacht."

 

Huffman, eine frühere  Golden Globe-Gewinnerin und Gattin des Schauspielers William H. Macy, wurde 2019 wegen ihrer Beteiligung am berüchtigten Hochschulprüfungsskandal inhaftiert, nachdem sie zugab, für die nachträgliche Korrektur der von ihrer Tochter im Zuge einer Abschlußprüfung falsch beantworteten SAT-Fragen, einen Prüfer bezahlt zu haben.

"Nein...beruhigt euch", zischt Gervais das in Entsetzen geratene Publikum an. "Es ist ihre Tochter, die mein Mitgefühl hat. Es muss das peinlichste sein, was ihr jemals passiert ist...und daß ihr Vater bei Wild Hogs mit spielte."

 

Gervais spottete über Martin Scorcese's fehlende Körpergröße, während der neben ihm sitzende Robert De Niro dazu uninteressiert dreinschaut.

 

Während Ellen DeGeneres einige der Witz recht amüsant fand, zeigte sich Kate Blanchett eher weniger bespaßt.

 

Nachdem Gervais sein vergangene Woche gegebenes feierliches Versprechen, niemanden anzugreifen, gleich zu Beginn gebrochen hatte - ein Versprechen übrigens, dessen Zweck es meines Erachtens ausschließlich war, definitiv alle uneingeschränkt und gleichermaßen zu überrumpeln, sprühte es Spott wie Salven aus einem Maschinengewehr auf zahlreiche andere große Namen der Szene.

So bezeichnete er Joe Pesci als Baby Yoda und James Corden als fette Pussy. Er macht sich zudem über Martin Scorceses geringer Körpergröße lustig und zieht Leonardo DiCaprio auf Grund seiner Vorliebe für recht junge Freundinnen durch den Dreck.

"Once upon a time in Hollywood, fast 3 Stunden lang", neckte Gervais. "Leonardo DiCaprio war natürlich bei der Premiere dabei; und nach Ende des Films war ihm seine Freundin dann zu alt!" Als die Kamera zu einem völlig entsetzten DiCaprio herüber schwenkte, legte der gnadenlose Gervais noch einmal nach und drehte das Schwert mächtig in der Wunde: "Selbst Prince Andrew meinte: Komm schon, Leo...ernsthaft? Du bist immerhin schon fast 50!"

 

Aber als dann der Gastgeber seine Feuersalven auf Hollywood als Ganzes richtete, übertraf er sich selbst.

Er beschuldigte die anwesenden Filmmanager, "Angst vor Ronan Farrow zu haben" und brandmarkte sie allesamt als "Perverse" dabei spottend: "Er kriegt Euch alle!"

 

Dann verkündete er die Meinung, der pädophiele und verurteilte Filmstar-Großfreund Jeffrey Epstein habe sich doch selbst umgebracht. Und als das Publikum ihn (mal wieder) ausbuhte, zischte Gervais: "Schnauze...ich weiß genau, er ist eines jeden Freund hier; aber das interessiert mich nicht. Ihr seid sicher alle mit eurem eigenen Flugzeug hierher gekommen oder etwa nicht?"

 

Zudem erteilte er den dubiosen und von Selbstinteressen gelenkten, (radikal-liberalen) Gleichberechtigungs-Aktionen der gastgebenen Stadt (Anm.: Los Angeles) einen harten Haken, indem er sagte: "Eigentlich wollte ich ja eine Gedenkminute abhalten, jedoch als ich mir die Liste der Verstorbenen (Anm.: Stars) anschaute, war diese nicht ausgeglichen genug. Nein, es waren hauptsächlich Weiße, die uns verlassen haben. Und deswegen sagte ich mir...nein, nicht mit mir."

 

Der vollkommen furchtlose Gervais hämmerte sogar auf seinen eigenen Arbeitgeber und Ausrichter der Veranstaltung ein, bezeichnete die Hollywood Foreign Press als "sehr rassistisch" und "die meisten Filme" als "schrecklich"; und das auf einer Veranstaltung, auf der die Filmindustrie eigentlich lobend hervorgehoben wird. Und dann überfuhr er auch noch verbal all die großen, neuen Filmriesen und -Konzerne, die in Hollywood ansässig sind:

"Apple zog mit Löwengebrüll mit seiner Morning Show ins TV-Geschäft ein", so Gervais. Und weiter: "Ein großartiges Drama über die Lehre der Wichtigkeit von Würde und daß man stets das Richtige tun solle...produziert von einem Unternehmen, das Sweat Shops (Anm.: ausbeutende Großbetriebe) in China führt."

Ironischer Weise schaute Apple-Chef Tim Cook eben wie ein solcher Sweat Shop, als sich auf einmal alle Augen auf ihn richteten.

 

Dann richtete Ricky Gervais seine Aufmerksamkeit direkt auf die anwesende Audienz als solche:

"Ihr alle gebt an, aufgeweckt zu sein, doch eure Arbeitgeber...unglaublich. Apple, Amazon, Disney...wenn der IS einen Streaming-Dienst startet, dann würdet ihr alle gleich eure Manager anrufen, nicht wahr?"

Das Keuchen im Saal wird immer lauter; doch Gervais ist noch nicht fertig mit ihnen:

 

"Also, solltet ihr tatsächlich heute hier einen Preis gewinnen, dann nutzt das bitte nicht als Plattform einer politischen Ansprache. Denn ihr seid in keiner Weise in der Position, irgend jemanden auch nur irgend etwas beizubringen. Ihr habt keine Ahnung von der wahren Welt da draußen.

Die meisten von euch haben weniger Zeit in der Schule verbracht, als Greta Thunberg!

Also, solltet ihr etwas gewinnen, dann kommt hier hoch, holt eure Auszeichnung, dankt eurem Agenten, dankt dem lieben Gott und dann Fuck off, ok!?"

Tom Hanks verzerrter Gesichtsausdruck sprach während Gervais' unablässiger, bissiger Verbal-Tiraden Bände. Eine der größten und vor allem ehrenhaften Film-Ikonen der ansonsten durchweg flitterhaften Film-Industrie sah aus, als habe er einen ganzen Kanister Tabasco-Sauce getrunken und sei gerade dabei, innerlich zu verbrennen.

 

So hatte sich das hier definitiv keiner vorgestellt. Das war eine Hollywood-Veranstaltung, in der normalerweise in die höchsten Höhen gehobene Filmstars, kurzerhand beerdigt wurden.

Dies war eigentlich als eine weitere Gelegenheit gedacht, die ganze Welt daran zu erinnern, wie schrecklich doch Trump ist, und nicht sie selbst!

Doch Gervais wußte, daß Stars und Prominente und das übliche Abwatschen von Trump, die zwei Seiten der gleichen Medaille sind.

 

Viel seltener hingegen ist der Star, der ein echtes Licht auf das Dunkel der stinkenden Hollywood-Hyperkrise wirft; jenem Ort, der uns am liebsten tiefe Moral predigt, dabei jedoch selbst im uferlosen Sumpf des Unmoralischen agiert.

Es bedarf wahren Mutes, so in einer Stadt aufzutreten und aufzuwarten, die Prominente und Filmstars erschafft oder zu Grunde richtet; es bedarf Eier aus massivem Stahl!

 

"Ihr nächster Gastgeber spielt aktuell in Netflix' Bird Box", kündigte Gervais dann Sandra Bullock an. "Ein Film, bei dem die Menschen nur dann überleben, indem sie so spielen, als könnten sie nichts sehen; indem sie wegschauen. Das klingt nach der Art, wie Harvey Weinstein seine Filme macht." (Anm.: H. Weinstein steht aktuell u.a. wegen sexueller Handlungen mit Kindern vor einem US-Bundesgericht)

Und das Publikum verharrt erneut mehr und mehr in dem verlogenen "Ich doch nicht-Gesichtsausdruck" - Horror, augenscheinlich den Aussagen Gervais' zustimmend, bevor sie ihn dan ausbuhen. Und Gervais kontert schelmisch: "Ihr habt das getan...ihr seid es, nicht ich!"

Und genau so ist es.