05.03.2019

Wie Hollywood versuchte, eine Dokumentation über Pedophilie zu begraben

Gefunden auf stillnessinthestorm.com am 05.03.2019.

Von Isabelle Z am 31.01.2019

Da immer mehr Vorwürfe über sexuelles Fehlverhalten innerhalb der Elite Hollywoods aufkommen, gewinnt der in 2015 erschienene und von Hollywood verdammte Film "An Open Secret" endlich an Bedeutung.  Sie haben wahrscheinlich noch nie von "An Open Secret" gehört.  Das ist nachvollziehbar, den es ist "der Film, von dem Hollywood nicht möchte, dass er gesehen wird", und das ist wirklich kein Witz - dieser Dokumentarfilm hatte weder eine Kinoveröffentlichung noch hatte er einen Fernseh- oder Videovertriebsvertrag.

 

Der Hedge-Fonds-Manager, der den Film finanziell unterstützt hat, Gabe Hoffman, sagte gegenüber dem Guardian: „Wir haben null Hollywood-Angebote erhalten, den Film zu vertreiben;  nicht ein einziges.  Sprichwörtlich "keine Angebote zu irgendeinem Preis". Doch warum sollte ein Film, der von der Oscar-nominierten Regisseurin Amy Berg geleitet wird, die kalte Schulter Hollywoods bekommen?  Es hat sicherlich viel damit zu tun, dass es Hinweise darauf gibt, dass männliche Teenager und Kinder von prominenten Akteuren der Filmindustrie sexuell missbraucht werden.  Der Film enthält Interviews mit Darstellern, die als minderjährige Jungen -als Kinder, "Autoritätspersonen" der Hollywood-Filmindustrie zum Opfer fielen; ebenso auch mit den Peinigern selbst, mit Journalisten und anderen Vertretern der Industrie.

2017 veröffentlichte Hoffman es selbst auf der Videoplattform Vimeo, nachdem die Missbrauchs-Vorwürfe gegen Harvey Weinstein und Kevin Spacey den Weg in die Öffentlichkeit fanden, und sofort erreichte der Film Millionen von Ansichten.  Der Dokumentarfilm enthüllt einen pedophilen Ring in Hollywood, bei dem Regisseure, Agenten, Manager und Schauspieler junge Jungen und Jugendliche schamlos ausnutzen, während diese verzweifelt versuchen, in der Filmbranche den Einstieg zu finden.

Fünf ehemalige Kinderschauspieler sind die Haupt-Protagonisten des Films, und der Fokus der Enthüllungen richtet sich dabei auf Marc Collins-Rector, den Mitinhaber von Digital Entertainment Network, der für wilde Partys und Orgien mit minderjährigen Jungen in dessen Haus bekannt war.  Einige dieser schamlosen "Raubtiere" verfolgten ihre Ziele jahrelang, die Nähe zu ihren Opfern zu intensivieren und ihr Vertrauen sowie das ihrer Familien zu gewinnen, bevor sie dann beganen, sie sexuell anzugreifen.  Andere veranstalteten verschwenderische Partys, bei denen die Jungen mit Drogen und Alkohol vollgepumpt dann für sexuelle Handlungen quasi "verkauft" wurden.  Ein paar wurden erwischt - und ihre Strafen fielen schockierend milde aus - aber viele von Ihnen sind noch heute sehr aktiv in der Branche.

Der Film zeigt zum Beispiel einen Jungen, der gerade elf Jahre alt war, als Manager Martin Weiss begann, ihn sexuell zu belästigen.  Nachdem er aufflog und zwei Fälle von Kindesmissbrauch nicht bestritten hatte, wurde er zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, wurde jedoch quasi sofort freigelassen.

Der Schauspieler und Schauspieltrainer Brian Peck, der u.a. beim Kinderkanal Nickelodeon und innerhalb der X-Men-Reihe gearbeitet hat, wurde in zwei Fällen offiziell wegen "unzüchtiger Handlungen mit einem Kind" verurteilt, arbeitet aber nach wie vor in der Branche.

 

Hollywood zog alle Register, um den Dokumentarfilm zu begraben

 

Hoffman glaubt, dass Hollywood den Film blockierte, weil er die Branche "in einem sehr schlechten Licht" darstellte. Zunächst erhielt der Film eine R-Bewertung, bevor er schließlich mit PG-13 vollständig abgeschossen wurde.  Während Filmfestivals in großen Städten wie London, Toronto und Los Angeles anfangs prominente und angesehene Filmvorführungen anboten, widerriefen sie diese später ohne jegliche Begründung.  Innerhalb der Dokumentation erklärt der Journalist John Connolly, ein Mitwirkender des Vanity Fair, dass die Veröffentlichung eines Artikels über die Pädophilie und Kindesmissbrauch in Hollywood, sozusagen in letzter Minute vom Detail-Magazin abgelehnt wurde. Daher überrascht es nicht, dass der Film ähnlich kühl in den Medien, der Presse und der TV-Branche empfangen wurde.  Die Drehbuchautorin des Films, Lorien Haynes, sagte, dass zwar Führungskräfte von mittlerem Rang interessiert gewesen zu sein schienen, dann jedoch von "der Spitze der Pyramide" letztendlich zurück gepfiffen und überstimmt wurden. Sie habe das Gefühl gehabt, dass die Leute Angst vor den Konsequenzen hatten.  Natürlich hat auch die Tatsache, dass es sich bei dem Thema um eine ziemlich Magen umkehrende Angelegenheit handelt handelt, eine Rolle gespielt.

Die Regisseurin Amy Berg wurde 2006 für den Oscar im Zuge des Dokumentarfilms "Deliver Us From Evil" nominiert, bei dem es um sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche ging. Hollywood ist jedoch weit weniger bereit, Filme über den Kindesmissbrauch in den eigenen Reihen zu produzieren, geschweige denn veröffentlichen zu lassen.  Schauspieler Corey Feldman, der nicht an dem Film beteiligt war, aber angeblich zum gleichen Thema eine eigene Veröffentlichung plant, äußerte im Laufe der Jahre immer wieder, dass er und der inzwischen verstorbene Schauspieler Corey Haim in den 1980er Jahren als Kinderschauspieler von Filmproduzenten und anderen "höherrangigen Mitarbeitern" sexuell missbraucht wurden. Martin Weiss ist einer davon.

"An open Secret" ist ein sehr wichtiger Film, der nie wirklich bekannt wurde; aber das Blatt scheint sich zu wenden, je mehr Opfer sich melden und zu dem Thema äußern.  Leider gibt es kaum eine Möglichkeit zu ermitteln, wie viele Kinder tasächlich von Hollywood-Pedophilen gequält, missbraucht und ausgenutzt werden konnten.  Einige haben einfach Angst, sich zu melden und der Öffentlichkeit hinzugeben; andere wurden bedroht, und manche genießen jetzt eine sehr erfolgreiche Karriere und machen sich Sorgen um ihr Image oder den mittlerweile lieb gewonnenen Lebensstandard.  Es ist nicht verwunderlich, dass Hollywood sein absolut Bestes getan hat, um diesen Dokumentarfilm zu begraben, so wie es längst alles in seiner Macht stehende tat, um die Opfer davon abzuhalten, an die Öffentlichkeit zu gehen.  Man kann nur hoffen, dass mehr und mehr Opfer dieser sexuellen Übergriffe aufwachen, allen Mut zusammen fassen und sich endlich äußern. Denn nur so können mehr und mehr dieser schillernden Hollywood-Größen als unmenschliche Raubtiere enttarnt und zur Verantwortung gezogen werden.

 

Mehr Informationen zu diesem Thema (nur in englischer Sprache) unter www.HollywoodHater.com