02.09.2019

Wenn du es nicht schlagen kannst, dann stiehl es. Wie die Pharma-Industrie versucht, sich die Cannabis-Industrie zu Eigen zu machen

Veröffentlicht auf stillnessinthestorm.com am 01.09.2019

Im Original von Tracey Watson am 21.08.2019; übersetzt von die-lebenskraft.de

Quelle: Natural News

 

Es ist beinahe ein ganzes Jahrhundert her, als man in den USA begann, Marihuana in einem Staat nach dem anderen zu verbieten, bis schließlich der Marihuana Tax Act von 1937 seine Verwendung landesweit verbot. Wie die New York Times in einem 2014er Artikel berichtete, gab man als Gründe für diese Politik "Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" an und  die Hauptwirkung Mariuhanas "bestand darin, das Leben von Generationen von Menschen zu ruinieren".

 

Marihuana war in den USA jedoch nicht immer verboten oder wurde als gefährlich angesehen. Tatsächlich waren sich die frühen Siedler bereits in den 1830er Jahren der medizinischen Vorteile bewusst. Der History Channel erklärt in einem Bericht aus dem Jahr 2017, daß die Amerikaner Ende des 19. Jahrhunderts Cannabisextrakte in ihren örtlichen Apotheken oder Arztpraxen kaufen konnten und daß es häufig bei der Behandlung von Schlaflosigkeit, Magenschmerzen, Migräne, Entzündungen und anderen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt wurde.

 

In den letzten Jahren hat sich die Einstellung der Gesellschaft in Bezug auf die medizinische Einnahme von Marihuana maßgeblich geändert. Denn zahlreiche Studien zeigen auf und beweisen, daß es u.a. bei der Behandlung von Multipler Sklerose, Epilepsie, Schizophrenie, Arthritis, Migräne und den Nebenwirkungen von Krebs von medizinisch hohem Wert ist. Mit eben dieser Zunahme an Beweisen, welche für den medizinischen Konsum Marihuanas sprechen, stimmten immer mehr Bundesstaaten der Legalisierung inzwischen zu. Seit Beginn 2019 ist die medizinische Verwendung von Marihuana in 33 US-Bundesstaaten sowie im District of Columbia gesetzlich zulässig. Weitere Bundesstaaten dürften in den nächsten Jahren folgen.

Obwohl auch medizinisches Marihuana auf US-Bundesebene weiterhin illegal bleibt, so kann allgemein angenommen werden, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis das entsprechende Bundesgesetz geändert und Marihuana somit landesweit legalisiert wird. Dies bietet sowohl Landwirten als auch Lieferanten bzw. Anbietern dieser natürlichen Medizin eine enormes Geschäftspotenzial.

 

Selbstverständlich ist sich auch die weltgrößte Industrie überhaupt - der Big Pharma-Komplex - dieses Potenzials bewusst, um sich damit die Taschen zu füllen. Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, daß sich die Pharmaindustrie den Erfolg von Cannabis mit irgendjemandem teilen möchte sondern auf die altbekannte Art versuchen wird, in den nächsten Jahren die vollständige Kontrolle über die Marihuana-Industrie zu erlangen. Immerhin wird der Umsatz mit medizinischem Cannabis in den USA allein in diesem Jahr etwa 5,9 Milliarden US-Dollar erreichen; und diese Zahl wird in den kommenden Jahrzehnten sicherlich noch gewaltig steigen. Big Pharma wird niemals die Gelegenheit auslassen, sich diese Milliarden einzuverleiben!

 

 

Die Pharma-Industrie versucht ein Patent auf Marihuana zu erlangen, um so sämtliche Erträge zu stehlen

 

Wie Natural News im Vorfeld berichtete, wurden seitens der Pharma-Industrie bereits erste Schritte unternommen, um sich potenzielle Gewinne aus dem Verkauf von medizinischem Marihuana durch Patentierung zu sichern:

 

Es gibt viele Anzeichen dafür, dass Big Pharma den Cannabismarkt übernehmen will. So hat Insys Therapeutics - ein Opiathersteller, der wegen seiner skrupellosen Marketing- und Verkaufstaktiken unter Beschuss geraten ist - im März die DEA-Zulassung (Anm.: Zulassung der nationalen US Medizin- & Drogen-Behörde) für synthetisches Marihuana erhalten. Darüber hinaus gab das Unternehmen im vergangenen Sommer 500.000 US-Dollar aus, um die Legalisierung von Cannabis in Arizona zu bekämpfen.

Über einen Zeitraum von neun Jahren gab die US-Pharmaindustrie insgesamt 880 Millionen US-Dollar aus, um die Cannabisreform zu bekämpfen und so den uneingeschränkten Vertrieb von Opioiden zu gewährleisten. Wenn sie (Anm.: die Pharmaindustrie) tatsächlich gegen die Legalisierung von Marihuana sind, warum versuchen sie dann, nun ein synthetisches Produkt zu patentieren? Insys Therapeutics kümmert sich nicht um Cannabis (und dessen medizinischer Wirkung). Es geht letztendlich nur darum, seine Märkte und somit die Erträge/Gewinne zu schützen. Und das betrifft nicht nur Insys Therapeutics. Unzählige Pharmaunternehmen wollen sich ihren Platz auf dem Marihuanamarkt sichern. Branchen-Schwergewichte wie Monsanto und Bayer wollen Berichten zufolge ebenfalls Cannabis patentieren lassen.

 

In Kanada, wo die Verwendung von medizinischem Marihuana seit einiger Zeit legal ist, sind laut einem Bericht von Zero Hedge, bereits sieben der zehn größten Cannabis-Patentinhaber große internationale Pharmaunternehmen, darunter Novartis, Pfizer und Merck.

Pharmaunternehmen in Kanada und anderen Ländern intensivierten die Bemühungen, enge Geschäftsbeziehungen mit Cannabisunternehmen aufzubauen. Damit erhofft man sich die Erschließung des so massiv lukrativen Distributionsmarktes.

 

Warum die Cannabis-Industrie nicht in die Klauen der Pharma-Industrie geraten darf

 

Cannabis ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Wunderpflanze. Die schmerzlindernden Eigenschaften sind wesentlich größer als jene bei kommerziell hergestellten, nichtsteroidalen, entzündungshemmenden Arzneimitteln (NSAIDs) wie z.B. Advil und Aspirin. Es ist bewiesenermaßen auch ein Angsthemmer.

Es stellt sozusagen im Alleingang die allgemeine Opioid- bzw. Schmerzmittelkrise auf den Kopf, indem es Schmerz lindert, ohne eine Abhängigkeit zu erzeugen. Als ein echter Lichtblick gelten zudem seine krebsbekämpfenden Eigenschaften und es bietet eine Vielzahl weiterer gesundheitlicher Vorteile.

Das Beste daran ist, dasß es all diese erstaunlichen Vorteile zu einem sehr geringen Preis bietet und laut einem Merkblatt der US Drug Enforcement Administration (DEA) hat Marihuana noch niemals zum Tod durch Überdosierung geführt - ein Argument, daß die auf die chemischen Medizin-Drogen der Big Pharma-Industrie mit Sicherheit nicht zutrifft.

 

Pharmaunternehmen haben in der Vergangenheit unzählige Male deren Skrupellosigkeit und Gier unter Beweis gestellt.  Zum Beispiel hat Mylan Pharmaceuticals 2016 die Kosten für eine Doppelpackung des lebensrettenden EpiPen sozusagen über Nacht von 100 USD auf 600 USD erhöht.

Auch ist man dafür bekannt geworden, billige und leicht verfügbare Generika als neue, teure Medikamente umzupacken, dem Kind einfach einen neuen Namen zu geben und dann deren Preise zu erhöhen.

 

Und nicht zuletzt hat natürlich die Pharma-Industrie sozusagen im Alleingang die Opioidkrise erst ausgelöst, die jetzt die gesamten USA betrifft. Dies und noch vieles mehr, das bekannte Handeln der Pharma-Industrie im Namen der Gier und des Profits, machen es somit unerlässlich, nicht nun auch noch die Kontrolle über den Cannabismarkt zu erlangen.  Nur so kann sichergestellt und gewährleistet werden, daß alle Bürgerinnen und Bürger weiterhin von den heilenden Eigenschaften dieser wundersamen Pflanze profitieren können.

Mehr Informationen unter BigPharmaNews.com. (Nur in engl. Sprache!)